Kunst und eine 4000 Jahre alte Technik zum Wasser speichern
Unser Gemeinschaftsgarten war erneut Schauplatz einer ganz besonderen Aktion. Im Rahmen des Projekts „Gropius´Kulturinseln“ wurden Kunst, Natur, Geschichte und Nachhaltigkeit auf spannende Weise miteinander verbunden.
Dafür wurde ein kleiner, etwa einen Quadratmeter großer Bereich neben dem Rosengarten behutsam geöffnet und der Aushub sorgfältig untersucht. Anschließend wurde eine sogenannte Olla – ein unglasierter Tontopf – in die Erde eingelassen. Diese über 4.000 Jahre alte Bewässerungstechnik gibt Wasser langsam und gleichmäßig an die umliegende Erde ab. So gelangen Pflanzen genau dann an Feuchtigkeit, wenn sie sie benötigen. Gleichzeitig wird deutlich weniger Wasser verbraucht als bei vielen herkömmlichen Bewässerungsmethoden. Die verwendete Olla wurde eigens künstlerisch gestaltet und bleibt als verborgenes Depot im Boden zurück – als Ausgangspunkt für einen Garten, der sich nun nach und nach entwickelt.
Dass Kunst in unserem Gemeinschaftsgarten eine besondere Rolle spielt, zeichnet sich immer stärker ab. Immer wieder entstehen Ideen und Projekte, die Natur und Kreativität miteinander verbinden und den Garten zu einem Ort machen, an dem es nicht nur etwas zu entdecken, sondern auch etwas zu erleben gibt.
Natürlich möchten wir auch die praktischen Erfahrungen mit der Olla nutzen. Den Bereich rund um das unterirdische Wasserreservoir werden wir in den kommenden Monaten immer wieder versuchsweise bepflanzen und beobachten. Gleichzeitig planen wir, das Prinzip der Ollas künftig auch in einigen unserer Hochbeete einzusetzen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese jahrtausendealte Technik unter den Bedingungen unseres Gemeinschaftsgartens bewährt. Mit jedem neuen Versuch wächst nicht nur unser Wissen – sondern auch unser Garten ein Stück weiter.
